Der Bau einer mittelalterlichen Stadt (nach heutigen Maßstäben eines Dorfes), mit Häusern im Stil der Zeit, einem Dorfplatz, einem Turniergelände für Ritter und Reiterspektakel, einem Erlebnisbauernhof mit historischen Haustierrassen und angesiedelten Handwerkerbetrieben, die das Kennenlernen alter Gewerke erlauben, einem Ausbildungs & Begegnungszentrum, einer Schaubrauerei und zahlreichen weiteren Aspekten ist das nicht ein bisschen viel auf einmal?
Auf einmal ja. Aber Rom wurde bekanntlich auch nicht...
Und die mittelalterlichen Städte auch nicht!
Und für Adventon, die Erlebnisstadt des Mittelalters nehmen wir uns entsprechend viel Zeit! Echtzeit!
Noch existierende Häuser aus dem Mittelalter dienen als Vorlage.
Im Laufe der nächsten Jahre entstehen Sie vor den Augen der Besucher in alten Handwerkstechniken.
Beispiel 1:
Haus aus dem letzten Drittel des 15. Jahrhunderts, Reinheim im Odenwald.
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Eines unserer ersten Großprojekte ist unsere "Baugruppe1". Nach dem Mauern, Bebeilen und Aufrichten des Fachwerks feierten wir schließlich Ende des Jahres 2007 Richtfest. Die Pläne für Baugruppe 1 stammen von Dr-Ing. Stefan Uhl, dem Historiker, der auch an der Bachritterburg in Kanzach mitgewirkt hat. Die Planungen die für die Behörden erforderlich sind zeichnet nach diesen Vorlagen der "parkeigene" Architekt Klaus "Zappo" Nagel. von Baugruppe 1 wird in diesem Jahr der so genannte Mittelbau fertig, die Käserei. Nachfolgende Dokumentation bezieht sich in Ausschnitten auf diesen Bau.
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Gemauert wird mit Naturstein und einem Kalk-Sand-Mörtel - nicht mit neuzeitlichem Zement.
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Alle Balken die für dieses Haus verwendet wurden sind von Hand bebeilt.
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Balkenlage, Rähm, Fußholz: Die Balken wurden zum Teil im Freien auf der Baustelle, zum Teil in der Scheune abgebunden und zunächst probeweise auf dem Fundament verlegt.
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Überblattungen: Holzverbindungen und Balkenschlösser wurden nach mittelalterlicher Methode und Technologie, nicht aber zwingend und durchgängig mit "authentischem" sondern mit neuzeitlich-vergleichbarem Werkzeug erstellt.
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Abbund und Aufmaß sollten möglichst so wie im Mittelalter erfolgen, also mussten Schnur, Lot und Färbekasten "neu erfunden" werden.
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Der Schmied bringt zusammen mit den Zimmerleuten Eisenspangen auf den Holzschlössern an, damit diese nicht ausreißen.
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Ein Blick in das unterste Geschoss.
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Das Gerüst hilft beim Aufbau der Wand. Es wurde aus firsch geschlagenem Holz aus dem Ravensteiner Forst erbaut.
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Das Wetter kann man sich leider nicht immer aussuchen...
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Die Nut im Fußholz nimmt später die Staken des Wandgeflechts aus Weide, Hasel, Stroh und Lehm auf.
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Das Hebewerk des Flaschenzugs und Krans ist von Hand angefertigt worden.
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Alle Verbindungen wurden mit Holznägen hergestellt, die in Adventon gefertigt wurden.
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Das Dach nimmt Formen an.
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Auch die Sparren sind von Hand bereitet und die Eschen-Latten von Hand geschält, von Hand gespalten
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...und auf Maß gebracht.
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Am gesamten Bau wurde keine konstruktive Schraube oder ein neuzeitlicher Nagel benützt. Erst die Deckung mit gespaltenen (nicht gesägten) Schindeln haben wir mit Metallstiften fixiert.
Die Gefache sollen im Laufe von 2008 erstellt werden, das Dach wird gedeckt und für 2009 sollen handgespaltene Bohlen das Dachgeschoss nutzbar machen.